Verbilligte Vermietung

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Wird eine Wohnung auf Dauer verbilligt vermietet, kann dies steuerliche Konsequenzen haben. In der Regel erkennt das Finanzamt die Vermietung in vollem Umfang an, wenn die Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Miete beträgt. Unter ortsübliche Miete versteht man die ortsübliche Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Nebenkosten. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Nebenkosten auch tatsächlich üblich abgerechnet werden und auch tatsächlich bezahlt werden

Auch Mietverträge zwischen nahen Angehörigen werden unter diesen Voraussetzungen anerkannt, wenn sie zivilrechtlich wirksam klar und eindeutig vereinbart sind, und auch tatsächlich durchgeführt werden. Problematisch wird es immer dann, wenn die Miete nicht auf ein Konto des Vermieters überwiesen wird, sondern bar beglichen oder vielleicht sogar mit anderen Leistungen verrechnet wird. Aus diesem Grund empfehlen wir: bezahlen Sie zum einen mindestens 66 % der ortsüblichen Miete einschließlich Nebenkosten und überweisen Sie Ihre Miete. Dann haben Mieter und Vermieter keine Schwierigkeiten mit der Finanzverwaltung.

Update Arbeitszimmer, was geht und was nicht?

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Rund um das Arbeitszimmer gibt es immer wieder neue Urteile, deshalb habe ich die relevantesten kurz zusammengefasst:

1) Raum wird zu 70 % beruflich/betrieblich genutzt:
kein Arbeitszimmer, da keine nahezu ausschließliche berufliche oder betriebliche Nutzung erfolgt (BFH 2/2016)

2. Nebenräume wie Küche Bad Flur werden anteilig zusammen mit dem Arbeitszimmer genutzt:
die Nebenräume sind in die häusliche Sphäre eingebunden und werden zu einem nicht unerheblichen Teil privat genutzt, deshalb können hier keine Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden, auch dann, wenn ein dem Grunde nach berücksichtigungsfähiges Arbeitszimmer vorliegt. (BFH 2/ 2016)

3. Raum wird durch ein Sideboard abgegrenzt:
kein Arbeitszimmer ist ein büromäßig eingerichtete Arbeitsbereich, der durch ein Raumteiler vom Wohnbereich abgetrennt ist (BFH 3/ 2016)

4. zwei Lehrer nutzten gemeinsam in ihrem Einfamilienhaus ein Arbeitszimmer (26 qm), das Einfamilienhaus gehört in beide jeweils zur Hälfte:

wird ein Arbeitszimmer gemeinsam genutzt, kann jeder nutzende die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer, die er getragen hat, steuerlich geltend machen (BFH 12/2016
das neue Urteil gilt für alle noch offenen Fälle. hier lohnt es sich zu prüfen, ob sie von dieser Neuregelung profitieren könnten.

Betriebsveranstaltungen

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Manchem Firmenchef bereiten Betriebsveranstaltungen schon im Vorfeld echte Kopfschmerzen. Die Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen. Das Ziel sollte interessant sein, keiner darf dabei überfordert werden-und zum Schluss soll es ein runder Tag sein. Dies ist schon Herausforderung genug. Spätestens nach der Betriebsveranstaltung stellt sich jedoch die Frage, wie die Kosten hierfür steuerlich optimal behandelt werden können.
Seit 2015 gilt für Betriebsveranstaltungen ein Freibetrag von 110 €. Typische Betriebsveranstaltungen sind Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, Feiern des Geschäftsjubiläums, Feiern für die Arbeitnehmer mit rundem Jubiläum und Rentnertreffen.
Eine Betriebsveranstaltungen liegt jedoch nur dann vor, wenn der Teilnehmerkreis sich überwiegend (mehr als 50 %) aus Betriebsangehörigen und deren Begleitpersonen zusammensetzt. Die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen muss allen offen stehen. Keine Betriebsveranstaltungen in diesem Sinne ist es, wenn beispielsweise nur die 10 erfolgreichsten Ingenieure eingeladen werden.
Der Freibetrag von 110 € gilt für zwei Betriebsveranstaltungen jährlich. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber für Essen und Getränke, Bühnenauftritte und Übernachtungskosten maximalen 110 € steuerfrei ausgeben können. Unter die 110 € Grenze fallen jedoch auch Kosten für den äußeren Rahmen, zum Beispiel Deko oder Eventmanager; Einhaltung der Sicherheitsvorschriften durch anwesende Sanitäter, Saalmiete sowie Übernahme von Beförderungskosten.
Für die übersteigenden Kosten fällt pauschalierte Lohnsteuer an, in der Sozialversicherung bleibt dieser Betrag beitragsfrei. Dennoch gilt es bei dieser Freigrenze von 110 € einiges zu beachten:
1. Die Kosten müssen auf die anwesenden Teilnehmer umgelegt werden. Sie können nicht auf die angemeldeten Teilnehmer verteilt werden.
2. Anfallende Reisekosten wie Übernachtungskosten Fahrtkosten können separat steuerfrei erstattet werden, wenn der Arbeitnehmer die Anreise selbst organisiert.
3. Überreicht der Arbeitgebergeschenke anlässlich dieser Betriebsveranstaltung, so können diese steuerfrei in die 110 € Grenze einbezogen werden, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen Geschenk und Betriebsveranstaltung besteht.
Eintrittskarten für Theater und Sportstätten sind nur dann begünstigt, wenn der Besuch dort lediglich ein Teil einer Betriebsveranstaltung ist.
Bei der Prüfung der 110 € Grenze ist auch die Umsatzsteuer zu berücksichtigen.
Beispiel: ein Arbeitgeber veranstaltet für seine 30 Arbeitnehmer eine Weihnachtsfeier in einem Lokal.Die Rechnung beträgt inklusive Umsatzsteuer 3748,50 € (nett 3150 €). Der steuerpflichtig Teil errechnet sich wie folgt 3748,50 € geteilt durch 30 = 124,25 €. Davon sind 110 € steuerfrei, die Differenz von 114,95 € pro Mitarbeiter kann mit fünf 20 % pauschaliert werden, in diesem Fall ist Betrag beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Grundsätzlich gilt, dass die Neuregelung mit einer Freibetragsregelung für die Firmenchefs preiswerter geworden ist. Keiner möchte schließlich feiern und im Anschluss daran seine Mitarbeiter zur Kasse bitten.

Werden vollautomatische Steuerbescheide Wirklichkeit?

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Am 1.1.2017 ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, welches die Arbeit der Finanzverwaltung erheblich verändern wird und Auswirkungen auf die Steuerzahler hat. Künftig gibt es den Grundsatz der elektronischen Bearbeitung. Die eingegangene Steuererklärung wird künftig zuerst einer Risikoprüfung unterzogen.

Dabei werden Fälle ausgesteuert, die mit einem signifikanten Risiko behaftet scheinen, Fälle der Zufallsauswahl sowie Steuererklärungen, die im Freitextfeld die Aussteuerung erbeten haben.

Bei den nicht aus gesteuerten Fällen wird sofort vollständig maschinell veranlagt. Ziel der Finanzverwaltung ist es, 80 % der Steuerbescheide künftig voll maschinell zu erstellen.Dies wird sicherlich zu einer schnelleren Erstattung führen.

Bei den aus gesteuerten Fällen erfolgt eine prüffeldbegrenzte Prüfung der Steuererklärungen. Erst jetzt werden die zur Erledigung dieser Fälle benötigten Belege und sonstige Nachweise nachträglich angefordert. Dies bedeutet, dass künftig die Belege zur Steuererklärung erst zu diesem Zeitpunkt eingereicht werden dürfen. Aus der Belegvorlagepflicht wird eine Belegvorhaltepflicht.

Es empfiehlt sich deshalb, die Belege so lange sind vorzuhalten,, bis die Steuerbescheide ergangen sind.
Wo sind die Auswirkungen für den Steuerzahlen?

Bisher war es möglich, Belege bei der Finanz einzureichen, der Finanzbeamte hat diese geprüft und eine Entscheidung getroffen. Diese Entscheidung war in der Regel nicht mehr korrigierbar. In Zukunft werden keine Belege mehr eingereicht, dies bedeutet, wenn nun nachträgliche Belege angefordert werden, sind dies wohl fast immer neue Tatsachen. Damit darf das Finanzamt den Steuerbescheid jederzeit nochmals nachträglich ändern. Willkommen in der Welt der vollautomatischen Steuerbescheide!