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Geschenke, wann ist was steuerlich abzugsfähig?

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Immer wieder- besonders zur Weihnachtszeit- stellt sich die Fragen, wann Geschenke wie abzugsfähig sind, deshalb anbei eine kleine Auflistung:

1. Geschenke bis 10.- Euro (Streuartikel)

Geschenke bis 10 .-Euro netto, sogenannte Streuartikel sind immer als Betriebsausgaben abzugsfähig und nicht zu versteuern, weder beim Geber noch beim Empfänger.

2. Geschenke an Mitarbeiter:

Geschenke an Mitarbeiter anläßlich eines persönlichen Ereignisses wie Hochzeit, Geburtstag, oder Geburt eines Kindes sind bis zu einem Betrag von 60 .- Euro pro Ereignis abzugsfähig

Daneben sind regelmäßige monatliche Sachzuwendungen innerhalb der monatlichen Sachbezugsgrenze von 44.-Euro steuerfrei.

3. Geschenke an Geschäftspartner:

Geschenke an Geschäftspartner sind bis zu einem Betrag von 35 .- Euro steuerlich abzugsfähig. Ist der Schenker vorsteuerabzugsberechtigt, dann handelt es sich bei dem Betrag von 35.- Euro um einen Nettobetrag.
Dabei wird jedoch in der Regel übersehen, dass diese Beträge entweder vom Empfänger zu versteuern sind, oder vom Schenker nach § 37 b ESTG pauschal versteuert werden müssen. Möglicherweise kommt deshalb das böse Erwachen bei der nächsten Lohnsteueraußenprüfung.

Geschenke über 35.- Euro an Geschäftsfreude sind steuerlich nicht abzugsfähig.

Kurz und Knapp – GWG künftig bis 800.- Euro

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Was ändert sich 2018?

Die Grenze für Geringwertige Wirtschaftsgüter wird 2018 auf 800.-Euro angehoben. Das bedeutet, diese Wirtschaftsgüter dürfen im Jahr der Anschaffung vollumfänglich steuerlich als Betriebsausgaben unabhängig von Ihrer Nutzungsdauer geltend gemacht werden. Sie müssen nicht über die übliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden.
Deshalb empfiehlt es sich zu prüfen, ob mit der Anschaffung dieser Wirtschaftsgüter noch bis 2018 gewartet werden kann.

Verbilligte Vermietung und Kosten vorab

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Wird eine Wohnung unter Marktpreis vermietet, sind unter bestimmten Voraussetzungen die Werbungskosten nur beschränkt abzugsfähig. Das gilt auch für die Aufwendungen, die vor dem Einzug in die Wohnung entstanden sind.
Ein Angestellter hatte eine von seiner Mutter geerbte Eigentumswohnung renoviert und im nachfolgenden Jahr verbilligt an seinen Sohn vermietet. Da die Miete weniger als 66 % der ortsüblichen Marktmiete betrug, wurden die abzugsfähigen Werbungskosten entsprechend gekürzt. Diese anteilige Kürzung war auch für die im Jahr vor Bezug entstandenen Werbungskosten vorzunehmen. Die Geschichte wäre wohl anders ausgegangen, wenn ein Nachweis erbracht worden wäre, dass beabsichtigt gewesen war, die Wohnung zum Marktpreis zu vermieten, z. B. durch Maklerbeauftragung etc. rgangene Einkommensteuerbescheid des Vorjahrs war entsprechend zu ändern.
(Quelle: Urteil des Finanzgerichts Nürnberg)

Scheidungskosten nicht mehr als außergewöhnliche Belastung abziehbar

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Scheidungskosten sind nicht mehr als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Mit Urteil vom 18. Mai 2017 VI R 9/16 hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass die Kosten eines Scheidungsverfahrens unter das neu eingeführte Abzugsverbot für Prozesskosten fallen.
Grundsätzlich sind Prozesskosten nicht mehr steuerlich abzugsfähig. Eine Ausnahme kann nur dann greifen, wenn der Steuerpflichtige ohne die Aufwendungen Gefahr liefe, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bedürfnisse in dem üblichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu können.
Auf diese Ausnahmeregelung berief sich die Klägerin. Sie machte in ihrer Einkommensteuererklärung Aufwendungen für ein Scheidungsverfahren als außergewöhnliche Belastung geltend. Jedoch letztendlich vergeblich, denn ein Ehegatte wende die Kosten für ein Scheidungsverfahren regelmäßig nicht zur Sicherung seiner Existenzgrundlage und seiner lebensnotwendigen Bedürfnisse auf. Hiervon könne nur ausgegangen werden, wenn die wirtschaftliche Lebensgrundlage des Steuerpflichtigen bedroht sei. Eine derartige existenzielle Betroffenheit liege bei Scheidungskosten nicht vor, selbst wenn das Festhalten an der Ehe für den Steuerpflichtigen eine starke Beeinträchtigung seines Lebens darstelle. Zwar habe der BFH die Kosten einer Ehescheidung bis zur Änderung des § 33 EStG im Jahr 2013 als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt. Dies sei nach der Neuregelung jedoch nicht länger möglich. Denn dadurch habe der Gesetzgeber die Steuererheblichkeit von Prozesskosten auf einen engen Rahmen zurückführen und Scheidungskosten vom Abzug als außergewöhnliche Belastung bewusst ausschließen wollen. (Auszug aus dem Pressetext des BFH)