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Über Zimmermann-Brase

Steuerberaterin Fachberaterin für Unternehmensnachfolge DStV e. V. Die Kanzlei wurde 1991 in Pfinztal gegründet. Angefangen im Keller der Privaträume wuchs die Kanzlei schnell an Mitarbeiter und an Mandanten. Seit 1999 finden Sie uns in Berghausen. Unter Motto: "Wir sichern gemeinsam Erfolg", steht für individuelle Beratung, der Mandant, also Sie, stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Es ist uns wichtig, dass Sie zufrieden sind.

Steuerklasse 3/5 oder 4/4 ?

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Eine Hochzeit bringt Ehepaaren steuerliche Vorteile. Diese können durch die richtige Wahl der Steuerklassen erreicht werden.

Die wichtigsten Fakten:

  • Beide Ehepartner erhalten nach der Hochzeit automatisch die Steuerklasse 4
  • Sie können schriftlich eine andere Steuerklassenkombination beantragen
  • Möglich sind die weiteren Kombinationen 3/5 oder 4/4 mit Faktor
  • Die Steuerklassen können Sie einmal im Jahr wechseln

Mögliche Steuerklassenkombinationen für Ehepaare:

  • Steuerklassen 4 und 4
  • Steuerklassen 3 und 5
  • Steuerklassen 4 und 4 mit Faktor

Dann sollten Sie 4/4 wählen:

Beide Ehepartner verdienen etwa gleich Die Differenz des Gehalts ist kleiner als 10%, beide Partner erhalten die gleichen Abzüge,  vergleichbar mit Steuerklasse 1

Dann sollten Sie 3/5 wählen:

Beide Ehepartner verdienen unterschiedlich viel, einer der Eheleute verdient ca. 60 % des gemeinsamen Einkommens und der andere ca. 40% oder die Einkommen gehen noch weiter auseinander. Dann wählt die besserverdienende Person  die Steuerklasse 3.

4 / 4 mit Faktor ist dann optimal:

Das Ehepaar verdient nicht gleich viel, die Gehaltsdifferenz ist jedoch nicht so groß, dass die Variante 3 / 5 Sinn macht.Folge: Jeder Partner zahlt in etwa nur den prozentualen Anteil an Steuern, den er selbst zum Einkommen beisteuert.

  • Wichtig: Am Ende des Jahres ist die Steuer immer dieselbe, egal welche Steuerklasse Sie unterjährig wählen. Es handelt sich immer nur um Vorauszahlung auf die endgültig im Steuerbescheid zu ermittelnde Steuer.  Sie können als nicht wirklich etwas falsch machen, egal, welche Steuerklasse Sie wählen.

Kleinbetragsrechnungen bis 250 €

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die Grenze für Kleinbetragsrechnungen im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist rückwirkend von 150 auf 250 € erhöht worden.  Das bedeutet, dass bis zu 250 € nicht mehr der vollständige Name und vollständige Anschrift des Rechnungsempfängers erhalten sein muss. in der Vergangenheit war dies vor allem bei Bewirtungsbelegen  und unter Umständen bei Tankbelegen zum Problem geworden.  Diese Regelung gilt rückwirkend ab dem 1.1.2017

Ab und zu gibt es wirklich noch echte Vereinfachungen

 

Abzugsfähigkeit von Schuldgeldzahlungen

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Abzugsfähigkeit von Schulgeldzahlungen an andere Einrichtungen

Schulgeldzahlungen können in der Einkommensteuer  abzugsfähig sein. Vorausetzung hierfür ist, dass die Schule in freier Trägerschaft betrieben oder überwiegend privat finanziert wird und zu einem durch die zuständige Behörde (z. B. Landesministerium oder Kultusministerkonferenz der Länder) anerkannten Abschluss oder dem einer öffentlichen Schule gleichwertig anerkannten Abschluss führt.

Auch andere Einrichtungen, die lediglich auf einen anerkannten Abschluss vorbereiten, sind begünstigt. Die Finanzverwaltung muss daher prüfen, ob die Schule auf einen anerkannten Abschluss vorbereitet. Letztendlich kann dies die Finanzverwaltung nicht leisten. Deshalb darf sich die Verwaltung an die zuständige Schulbehörde richten und deren Einschätzung bei der Entscheidung berücksichtigen.

 

 

 

Prozesskosten für Scheidung/Kindesunterhalt/nachehelicher Unterhalt

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Jeder, der im privaten Bereich Prozesskosten bezahlen muss, stellt sich die Frage, ob diese steuerlich abzugsfähig sind.

Mit einer Urteilsserie hat der Bundesfinanzhof erneut seine Rechtsprechung bestätigt, dass Prozesskosten als außergewöhnliche Belastungen nur noch dann abzugsfähig sind, wenn sie zur Sicherung der materiellen Existenzgrundlage dienen. Prozesskosten für eine Scheidung zählen nach Auffassung des Bundesfinanzhofs nicht dazu. Sie sind bereits seit 2013 nicht mehr abzugsfähig. Gleiches gilt für Prozesskosten bezüglich des Kindesunterhalts und des nachehelichen Unterhalt, sowie für Streitigkeiten über das Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Besuchsrecht. Prozesskosten sollen nur noch dann als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig sein, wenn ansonsten die Gefahr droht, die Existenzgrundlage zu verlieren.
So hat der Bundesfinanzhof auch die Kosten für ein vom Kind eingeleitetes Vaterschaftsfeststellungsverfahren abgelehnt, mit der Begründung, dass die Feststellung oder die Nichtfeststellung der Vaterschaft nicht unmittelbar in die Existenz des Steuerpflichtigen eingreife.

Alles in allem lässt sich sagen, das im Moment nur wenige Fälle denkbar scheinen, in dem Prozesskosten tatsächlich steuerlich abzugsfähig sind.