Steuersparmodell Krankenversicherungsbeiträge

martina_zimmermann_brase

Vorauszahlung von privaten Krankenversicherungsbeiträgen

Zahlen Sie Ihre Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung im Voraus, können Sie Ihren Sonderausgabenabzug maximieren und sich gegebenenfalls erhebliche Steuervorteile sichern! Durch Vorauszahlung der Beiträge können Sie erreichen, dass Sie den Höchstbetrag im nächsten Jahr voll für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen nutzen können.
Bereits seit 2010 sind die Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung (nachfolgend nur Beiträge zur Basisabsicherung) in unbegrenzter Höhe als Vorsorgeaufwendungen abziehbar. Daneben können Sie das 2,5 fache der Beiträge für künftige Jahre vorausbezahlen. Die sich daraus ergebenden Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig.
Alle, die einen steuerfreien Zuschuss zur Krankenversicherung erhalten (Arbeitnehmer, Beamte, Rentner), können seit 2010 maximal 1.900 Euro als Sonderausgaben abziehen. Bei Steuerzahlern, die ihre Krankenversicherung allein bezahlen, erhöht sich der Höchstbetrag auf 2.800 Euro. Werden für die Basisabsicherung mehr als diese Höchstbeträge gezahlt, können die tatsächlichen Ausgaben angesetzt und die Höchstbeträge überschritten werden. Für sonstige Vorsorgeaufwendungen (z. B. Arbeitslosen-, Unfall-, Haftpflicht- und bestimmte Lebensversicherungen) gilt dies jedoch nicht.
Das hat zur Folge, dass in den Fällen, in denen bereits die Zahlungen für die Basiskranken-versicherung über den Höchstbeträgen liegen, die sonstigen Vorsorgeaufwendungen steuerlich unberücksichtigt bleiben. Diese nachteilige Folge lässt sich dadurch vermeiden, dass die Beiträge für die Basiskrankenversicherung für zwei Jahre im Voraus bezahlt werden, mit dem Ergebnis, dass in den Jahren, in denen keine Beiträge zu diesen Versicherungen gezahlt werden, sich die sonstigen Vorsorgeaufwendungen – allerdings nur bis zu den o.a. Höchstbeträgen – wieder steuerlich auswirken.
Beispiel:
Der Beitrag zur Basiskrankenversicherung beträgt 500,00 Euro im Monat, dann können diese 6.000,00 Euro, die 2016 für 2017 bezahlt werden, von der Steuer abgesetzt werden. In der Folge können nun 2017 normale Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden, weil keine Krankenversicherung mehr anfällt. Unterstellt man einen Steuersatz von 35 %, ergibt sich daraus eine endgültige Steuerersparnis von 980,00 Euro bei einem Unternehmer. Maximal kann für 2,5 Jahre vorausbezahlt werden.
Aber Vorsicht: Bei Ehegatten darf keiner der Ehepartner auf Grund eines Arbeitnehmergehalts zwangsläufig Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen -denn deren Zahlungen lassen sich nicht in ein anderes Jahr verlagern.
Da die Höhe des Sonderausgabenabzugs von zahlreichen Komponenten abhängt (Höchstbeträge für Ehegatten, Günstigerprüfung des Finanzamts, Höhe des Grenzsteuersatzes) und die Berechnung der abzugsfähigen Beträge sehr kompliziert ist, sollte zur Entscheidungsfindung ein Steuerberater hinzugezogen werden.

Spenden

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Änderungen beim Nachweis über gezahlte Spenden oder Mitgliedsbeiträge

Grundsätzlich gilt: Ein Spender, der Zuwendungen, z. B. Spenden oder Mitgliedsbeiträge steuerlich geltend machen will, muss unter anderem eine Zuwendungsbestätigung vorlegen können. In bestimmten Fällen genügt auch ein vereinfachter Nachweis. Durch die Modernisierung des Besteuerungsverfahrens ändern sich die Regelungen zum Zuwendungsnachweis. Die wichtigsten Fragen: Was ist neu? Ab wann gilt es?
Ab 2017 wird Belegvorlagepflicht wird zur Belegaufbewahrungspflicht
Bisher musste der Spender zusammen mit seiner Steuererklärung zwingend seine erhaltenen Zuwendungsbestätigungen einreichen bzw. den vereinfachten Nachweis mittels Bareinzahlungsbeleg oder Buchungsbestätigung führen. Andernfalls hat das Finanzamt geleistete Spenden oder Mitgliedsbeiträge nicht anerkannt. Das ändert sich.
Der Spender muss seine Zuwendungsbestätigungen bzw. die vereinfachten Nachweise nur noch vorlegen, wenn das Finanzamt ihn dazu auffordert. Das Finanzamt kann die Vorlage vom Spender bis zum Ablauf eines Jahres ab der Bekanntgabe des Bescheids verlangen. Solange gilt – Alle Unterlagen sorgfältig aufbewahren!

Globaler Datenaustausch und Selbstanzeige

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Sie haben es bestimmt auch schon in den Nachrichten gehört und gelesen: Uli Hoeneß hat seine Gefängnisstrafe verbüßt und kommt vorzeitig frei. Der Grund für die Haftstrafe war Steuerhinterziehung in ganz erheblichem Ausmaß, das ganze verbunden mit einer verunglückten Selbstanzeige.

Nach wie vor ist die Selbstanzeige das Mittel zu Wahl, wenn es darum geht, zur Steuerehrlichkeit zurückzukehren und Einkommensquellen offenzulegen. Nach meinen Erfahrungen wollen die meisten Menschen reinen Tisch machen, sei es, weil die Entdeckungsgefahr einfach sehr groß geworden ist, sei es deshalb, weil sie das Problem noch zu ihren Lebzeiten lösen möchten und eben nicht an die Erben weitergeben möchten.

Auch im Hinblick auf den immer transparenter werdenden Datenaustausch ist Steuerehrlichkeit dringend geboten. So werden ab September 2017 noch mehr Daten als bisher ausgetauscht. .Neben den üblichen persönlichen Daten, werden Steueridentifikatinsummer, Jahressalden der Finanzkosten, gutgeschriebene Kapitalerträge sowie Veräußerungserlöse aus Kapitalanlagen mit den anderen Vertragsstaaten künftig global ausgetauscht. Bereits 50 Staaten haben diese Vereinbarung unterschrieben, darunter Türkei, Russland und China. Sollte eine Selbstanzeige notwendig sein, muss diese deshalb umgehend in Angriff genommen werden. Denn wenn der automatische Datenaustausch einmal läuft, ist es dafür zu spät.

Und dennoch: eine Selbstanzeige will gut vorbereitet sein, damit diese nicht verunglückt. Die Anforderungen an eine wirksame Selbstanzeige sind seit dem 01.01.2015 erheblich gestiegen
Dass eine Selbstanzeige wahrheitsgemäß und vollständig sein muss, versteht sich noch von selbst und ist auch nicht neu. Es nützt nichts wenn die Schweizer Kapitalerträge nacherklärt werden, aber die von Privatdarlehen an den Bruder fehlen. Dass eine Selbstanzeige mit der Bekanntgabe einer Prüfungsanordnung nicht mehr möglich ist, gilt auch bereits seit mehreren Jahren.
Neu ist, dass die Zahlung der Steuer Voraussetzung für eine wirksame Selbstanzeige ist. Ebenso neu ist der strafrechtliche Korrekturzeitraum von 10 Kalenderjahre. Auch die Strafzuschläge wurden nach oben korrigiert.

Bei einem Hinterziehungsbetrag
• über 25.000,00 Euro bis 100.000,00 Euro hat ein Zuschlag von 10% zu erfolgen,
• über 100.000,00 Euro bis 1,0 Mio. Euro ein Zuschlag von 15% und
• über 1,0 Mio. Euro an Zuschlag von 20 %.
Auch ist die Zahlung von Hinterziehungszinsen in Höhe von 6% pro Jahr Voraussetzung für die Strafbefreiung.
Diese Verschärfungen führen einfach noch mehr dazu, dass Selbstanzeigen sauber vorbereitet werden müssen. Und eine unvollständige Selbstanzeige führt dazu, dass diese insgesamt und vollkommen unwirksam ist und somit per Saldo nicht zu einer Strafbefreiung führt – womit wir wieder bei Herrn Hoeneß wären.
Darum: Sollten Sie Ansätze für eine Korrektur Ihrer Steuererklärung sehen, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Steuerberater.

Sind die Kosten für mein Arbeitszimmer abzugsfähig?

Gerne und häufig wird mit dem Finanzamt über das Thema Arbeitszimmer gestritten. Darf ein Arbeitszimmer überhaupt steuerlich geltend gemacht werden und wenn ja in welcher Höhe? Bei einer Überprüfung der Steuererklärung durch die Finanzverwaltung wird dieses Thema auch gerne immer wieder hinterfragt.
Wir möchten hier gerne Klarheit schaffen und haben deshalb ein Prüfschema entwickelt. Damit kann die Frage, ob und in welcher Höhe ein Arbeitszimmer geltend gemacht werden kann, relativ einfach beantwortet werden.

1. Vollabzug der Kosten des Arbeitszimmers

a. Liegt ein betriebsstättenähnlicher Raum vor, können die Kosten immer voll abgezogen werden. Betreibt zum Beispiel ein Arzt seine Praxis im eigenen Haus, dann liegt ganz sicher ein betriebstättenähnlicher Raum vor, mit der Folge, dass die Kosten hierfür steuerlich in vollem Umfang abzugsfähig sind.

b. Gleiches gilt, wenn das Arbeitszimmer sich nicht in der Wohnung befindet, sondern beispielsweise eine Straße weiter angemietet wurde. Dann handelt es sich um ein außerhäusliches Arbeitszimmer, was zu Folge hat, dass auch hier die Kosten für das Arbeitszimmer vollumfänglich geltend gemacht werden könnten.

c. Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit darstellt und kein anderer Arbeitsplatz in einer Firma zur Verfügung steht, dann sind die Kosten für das Arbeitszimmer ebenfalls voll abzugsfähig.
Beispiel: Wenn ein Coach an 100 Tagen im Jahr die Klienten in seinem Arbeitszimmer coacht, an 50 Tagen in einer Firma und daneben seine Vorbereitung in diesem Arbeitszimmer tätigt, dann stellt das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit dar mit der Folge: Die Kosten können vollumfänglich abgezogen werden.
Anders sieht dies im folgenden Fall aus: ein professioneller Vortragsredner hält an 150 Tagen im Jahr Vorträge, er konzipiert diese Vorträge in seinem Arbeitszimmer. Dennoch ist das Arbeitszimmer nicht der Mittelpunkt der Tätigkeit, mit der Folge, dass die Kosten nur beschränkt abzugsfähig sind.

2. Begrenzter Abzug mit 1250.- Euro

Liegt der Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit nicht im häuslichen Arbeitszimmer, und steht- wie beispielsweise bei Lehrern- kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, dann sind die Kosten des Arbeitszimmers mit maximal 1250.- Euro abzugsfähig.
Zu beachten ist hierbei, dass diese 1250.- Euro kein Freibetrag sind. Das bedeutet, die Kosten müssen einzeln nachgewiesen werden. Betragen diese nur 850.- Euro, dann können auch nur 850.- Euro als Werbungskosten /Betriebsausgaben abgezogen werden.

3. Welche Kosten sind grundsätzlich abzugsfähig?

Reinigungskosten, Renovierungskosten, Abschreibungen auf Ausstattungsgegenstände wie Computer oder Drucker sind grundsätzlich abzugsfähig.
Daneben gibt es Aufwendungen, die lediglich prozentual entsprechend der Fläche geltend gemacht werden können. Bei einer gemieteten Wohnung sind dies: Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Strom, Heizung.
Bei einer eigengenutzten Wohnung können Schuldzinsen, Grundsteuer, Gebäudeabschreibung, Reparaturen, Versicherungen, Schornsteinfeger, Müllabfuhr, Wasser, Strom und Heizung anteilig angesetzt werden.

TIPP. Sammeln Sie bereits unterjährig Belege, dann fällt es Ihnen am Jahresende leichter, die Kosten umfassend zusammenstellen.