Baukindergeld – so geht´s

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Wohneigentum

Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem im Haushalt lebenden Kind unter 18 Jahren können seit September 2018 Baukindergeld beantragen. Voraussetzung ist ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von bis zu 75.000 EUR pro Jahr und 15.000 EUR pro Kind. Bei einem Kind beträgt somit das maximale zu versteuernde Einkommen 90.000 EUR. Der Zuschuss beträgt 1.200 EUR pro Kind und Jahr und wird über 10 Jahre ausgezahlt. Somit erhält eine Familie mit 2 Kindern 24.000 EUR vom Staat. Mit jedem Kind erhöht sich der Zuschuss um 12.000 EUR. Gewährt wird das Baukindergeld rückwirkend ab 1.1.2018. Voraussetzung ist eine Anschaffung von Neu- bzw. Bestandsimmnobilien in der Zeit vom 1.1.2018 bis 31.1.2020.

 

Antragsstellung

Anträge nimmt ausschließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entgegen. Die Anträge können nur online gestellt werden unter: www.kfw.de

Die Antragsfrist beträgt 3 Monate nach Einzug in die Wohnung.

Wissenswertes rund um eine Betriebsprüfung

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in der Regel meldet sich der Prüfer telefonisch an. Mit der Bekanntgabe der Prüfungsanordnung ist die Möglichkeit der Selbstanzeige beendet.

Was sollten Sie hierbei beachten:

Unterlagen (Belege, Bücher, Abschlüsse) bereit legen und sichten. Private Unterlagen zunächst separieren.

  1. Schwachstellen der Prüfungsjahre erkunden und für entdeckte Schwachstellen Antworten beziehungsweise Argumente vordenken. Rechtslage prüfen und strafrechtliche Konsequenzen werten.
  2. Bei der Prüfung in den Geschäftsräumen sollte ein ruhiger Raum bereitgestellt werden, in dem der Prüfer allein sitzt, die Steuerakten vor den Augen der Mitarbeiter sicher sind und Gespräche nicht mit angehört werden können.
  3. Bestimmen Sie eine Person Ihres Vertrauens zur Auskunftsperson. Bitte sprechen Sie das Verhalten gegenüber dem Prüfer klar ab.
  4. Stellen Sie eine Versorgung mit Kaffee und Wasser sicher. Setzen Sie den Prüfer nicht in ein zugiges Treppenhaus. Er wird sich zu rächen wissen.
  5. Nehmen Sie unbedingt am Einführungsgespräch teil. Dies ist eine wichtige Kontaktphase. Sie können dadurch den Prüfer kennenlernen und etwas besser einschätzen.
  6. Besprechen Sie die Prüfungsabläufe zeitlich und sachlich und erfragen Sie auch die Dauer der Prüfung. Sie dürfen auf eine Antwort bestehen, denn auch Sie müssen planen können.
  7. Geben Sie dem Prüfer nur, was er auch fordern darf. Gestehen Sie ihm keine Selbstbedienung zu.
  8. Bitte lassen Sie den Prüfer nicht selbst kopieren. Dies muss über die Auskunftsperson geschehen. Sie müssen einen Überblick darüber behalten, was kopiert wird, denn daraus wird Kontrollmaterial erstellt. Möglicherweise möchten Sie auch einen Geschäftspartner darüber informieren, dass Kontrollmaterial erstellt wurde.

Unsere Empfehlung: Erstellen Sie Doppelkopien!

 

Sind Sie bitte bei Gesprächen und Fragen vorsichtig. Prüfer stellen nicht immer klare Fragen, wenn sie etwas wissen wollen. Manchmal tun sie so, als ob sie es wüssten und warten nur auf die Bestätigung. Im Zweifel äußern Sie sich bitte dahingehend, dass Sie das noch mal nachschauen müssen.

 

Der Prüfer darf den Betrieb besichtigen, jedoch nicht alleine und nicht eigenmächtig. Bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter über den Prüfer Rundgang. In der Regel wird der Prüfer die Mitarbeiter jedoch nicht ansprechen.

Händigen Sie angeforderte Unterlagen zügig aus. Verzögerung signalisiert dem Prüfer, es könne einen Grund geben, wenn etwas länger dauert als gedacht.

Provozieren Sie keinen Streit. „Klimaverschlechterungen“ schaden nur Ihnen allein. Eine sachliche und angenehme Atmosphäre ist die Voraussetzung für Kompromissbereitschaft und Einigung ohne Rechtsstreit. Das Steuerrecht bedarf der Einigung wie kein anderes Rechtsgebiet. Tragen Sie Differenzen sachlich aus und vermeiden Sie persönliche Angriffe. Wenn Sie dies alles beachten,  wird eine Prüfung ihren Schrecken verlieren.

Fahrtenbuch

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welche Anforderungen werden an ein  wirksames Fahrtenbuch gestellt:

ein Fahrtenbuch muss lückenlos und fehlerfrei sein, zeitnah geführt (innerhalb von sieben Tagen) Es muss das Datum einer jeden Fahrt eingetragen werden und der Kilometerstand am Anfang und Ende einer jeden einzelnen Fahrt Ist einzutragen. Bei betrieblichen Fahrten sind  daneben zusätzlich einzutragen: Startort, Reiseroute, vor allem bei Umwegen und das Reiseziel mit Ort, Straße und Hausnummer. Ebenso sind die auf gesuchten Geschäftspartner und der Reisegrund zu notieren. Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügt ein Abkürzungsvermerk. In letzter Zeit gibt es immer mehr elektronische Fahrtenbücher.  Entscheidend für die Wirksamkeit elektronischer Fahrtenbücher ist die Tatsache, dass diese binnen sieben Tagen gefüllt werden müssen, ansonsten vermerkt das Fahrtenbuch diese Fahrt automatisch als privat.  Nachträgliche Änderungen der Aufzeichnung  müssen ausgeschlossen sein oder dokumentiert sein,  sodass der ursprüngliche Eintrag lesbar bleibt. Excel Tabellen sind  aus diesem Grund keine elektronischen Fahrtenbücher,  die Änderungen sind hier nicht zwingend dokumentiert.

Ganz wichtig: innerhalb eines Wirtschaftsjahres darf die gewählte Methode, wie der Eigenverbrauch eines Fahrzeugs berechnet wird nicht geändert werden. Sie können also nicht unterjährig zwischen ein Prozent Regelung und Fahrtenbuch springen.

Von der Limited zur GmbH – JETZT Handlungsbedarf ein Betrag unserer Gastbloggerin RA Cornelia Hübner

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Führen Sie eine britische Limited in Deutschland? Dann sollten Sie jetzt handeln. Die BREXIT-Verhandlungen schwächeln und es wird immer wahrscheinlicher, dass es einen EU-Ausstieg von Großbritannien ohne Vertrag geben werden. Damit entfallen ab dem Tag des BREXIT die gesellschaftsrechtlichen Privilegien der Limited. Ihre Limited würde ab 30. März 2019 in Deutschland automatisch als Personengesellschaft (bei mehreren Gesellschafter*innen) bzw. als Einzelunternehmen (bei einer Einpersonen-Limited) behandelt – und Sie als Gesellschafter*in haften persönlich und mit Ihrem gesamten Vermögen für alle bestehenden Verbindlichkeiten. Nicht besser sieht es steuerlich aus: Zu diesem Zeitpunkt sollen alle stille Reserven in der Limited als aufgedeckt gelten. Momentan sieht es nicht danach aus, dass es von Seiten des deutschen oder europäischen Gesetzgebers irgendwelche Übergangsregelungen oder gar einen Bestandsschutz für Limiteds mit Verwaltungssitz in Deutschland gibt.

 

Es gibt verschiedene Strategien, um sich dagegen zu wappnen. Welchen Weg Sie gehen, müssen Sie jetzt entscheiden. Hierfür ist unbedingt steuerliche und rechtliche Beratung erforderlich.

 

Wenn Sie zum Beispiel die britische Limited in eine deutsche GmbH umwandeln möchten, wäre dies jetzt (Stand Juli 2018) noch rückwirkend zum 31.12.2017 möglich. Allerdings gibt es zwei Voraussetzungen dafür: Sie benötigen einen festgestellten Jahresabschluss 2017 und Sie müssten vor Ende August 2018 beim Notar gewesen sein, um die Umwandlung zu beurkunden. Wollen Sie die Umwandlung dagegen auf den 31.12.2018 durchführen, müssen Sie nach Jahresende umgehend Ihren Jahresabschluss fertigstellen und dann so zum Notar, dass die Umwandlung spätestens am 29.03.2019 im Handelsregister eingetragen ist. Da es hierbei immer zu Verzögerungen kommen kann, sollte der Notartermin nicht wesentlich nach dem 10.02.2019 stattfinden.

 

Auch andere Wege sind möglich. So ist es denkbar, eine GmbH zu gründen und die Limited in diese einzulegen. Hat die Limited eine GmbH als Gesellschafterin und wird dann zur Personengesellschaft, ist das zumindest haftungsrechtlich unproblematisch, weil Gesellschafterin zu diesem Zeitpunkt ja nur noch die GmbH ist. Auch hier ist es notwendig, alles Notwendige unbedingt vor dem 29.03.2019 abgewickelt zu haben. Andernfalls ist die persönliche Haftung der Gesellschafter schon eingetreten. Um die Limited nicht weiter fortführen zu müssen, können Sie sie dann auch noch auf die GmbH verschmelzen.

 

Theoretisch denkbar wäre auch, dass die Limited ihr Geschäft an eine neue deutsche GmbH verkauft. Allerdings ist zu bedenken, dass „das Geschäft“ nicht in Gänze zu übertragen ist, sondern dass alle Vermögensgegenstände der Limited und alle Vertragsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten einzeln auf die neue Gesellschaft übertragen werden müssten. Hierbei werden die stillen Reserven steuerlich aufgedeckt und der Gewinn hieraus ist steuerpflichtig. Dieser Weg dürfte also der umständlichste und steuerungünstig sein.

 

Sprechen Sie jetzt mit Ihren steuerlichen Berater*innen und lassen Sie sich rechtlich beraten, was in Ihrer Situation der beste Weg für Sie ist.

21.07.2018

Cornelia Hübner

Die Autorin ist Rechtsanwältin, Rechtsanwältin, Fachanwältin für Handel- und Gesellschaftsrecht sowie zertifizierte Unternehmensnachfolgeberaterin (zentUma e.V.) bei Arfmann Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Karlsruhe. Sie berät Gesellschaften unter anderem bei Umstrukturierungen.