Betriebsveranstaltungen

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Manchem Firmenchef bereiten Betriebsveranstaltungen schon im Vorfeld echte Kopfschmerzen. Die Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen. Das Ziel sollte interessant sein, keiner darf dabei überfordert werden-und zum Schluss soll es ein runder Tag sein. Dies ist schon Herausforderung genug. Spätestens nach der Betriebsveranstaltung stellt sich jedoch die Frage, wie die Kosten hierfür steuerlich optimal behandelt werden können.
Seit 2015 gilt für Betriebsveranstaltungen ein Freibetrag von 110 €. Typische Betriebsveranstaltungen sind Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, Feiern des Geschäftsjubiläums, Feiern für die Arbeitnehmer mit rundem Jubiläum und Rentnertreffen.
Eine Betriebsveranstaltungen liegt jedoch nur dann vor, wenn der Teilnehmerkreis sich überwiegend (mehr als 50 %) aus Betriebsangehörigen und deren Begleitpersonen zusammensetzt. Die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen muss allen offen stehen. Keine Betriebsveranstaltungen in diesem Sinne ist es, wenn beispielsweise nur die 10 erfolgreichsten Ingenieure eingeladen werden.
Der Freibetrag von 110 € gilt für zwei Betriebsveranstaltungen jährlich. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber für Essen und Getränke, Bühnenauftritte und Übernachtungskosten maximalen 110 € steuerfrei ausgeben können. Unter die 110 € Grenze fallen jedoch auch Kosten für den äußeren Rahmen, zum Beispiel Deko oder Eventmanager; Einhaltung der Sicherheitsvorschriften durch anwesende Sanitäter, Saalmiete sowie Übernahme von Beförderungskosten.
Für die übersteigenden Kosten fällt pauschalierte Lohnsteuer an, in der Sozialversicherung bleibt dieser Betrag beitragsfrei. Dennoch gilt es bei dieser Freigrenze von 110 € einiges zu beachten:
1. Die Kosten müssen auf die anwesenden Teilnehmer umgelegt werden. Sie können nicht auf die angemeldeten Teilnehmer verteilt werden.
2. Anfallende Reisekosten wie Übernachtungskosten Fahrtkosten können separat steuerfrei erstattet werden, wenn der Arbeitnehmer die Anreise selbst organisiert.
3. Überreicht der Arbeitgebergeschenke anlässlich dieser Betriebsveranstaltung, so können diese steuerfrei in die 110 € Grenze einbezogen werden, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen Geschenk und Betriebsveranstaltung besteht.
Eintrittskarten für Theater und Sportstätten sind nur dann begünstigt, wenn der Besuch dort lediglich ein Teil einer Betriebsveranstaltung ist.
Bei der Prüfung der 110 € Grenze ist auch die Umsatzsteuer zu berücksichtigen.
Beispiel: ein Arbeitgeber veranstaltet für seine 30 Arbeitnehmer eine Weihnachtsfeier in einem Lokal.Die Rechnung beträgt inklusive Umsatzsteuer 3748,50 € (nett 3150 €). Der steuerpflichtig Teil errechnet sich wie folgt 3748,50 € geteilt durch 30 = 124,25 €. Davon sind 110 € steuerfrei, die Differenz von 114,95 € pro Mitarbeiter kann mit fünf 20 % pauschaliert werden, in diesem Fall ist Betrag beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Grundsätzlich gilt, dass die Neuregelung mit einer Freibetragsregelung für die Firmenchefs preiswerter geworden ist. Keiner möchte schließlich feiern und im Anschluss daran seine Mitarbeiter zur Kasse bitten.

Werden vollautomatische Steuerbescheide Wirklichkeit?

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Am 1.1.2017 ist ein neues Gesetz in Kraft getreten, welches die Arbeit der Finanzverwaltung erheblich verändern wird und Auswirkungen auf die Steuerzahler hat. Künftig gibt es den Grundsatz der elektronischen Bearbeitung. Die eingegangene Steuererklärung wird künftig zuerst einer Risikoprüfung unterzogen.

Dabei werden Fälle ausgesteuert, die mit einem signifikanten Risiko behaftet scheinen, Fälle der Zufallsauswahl sowie Steuererklärungen, die im Freitextfeld die Aussteuerung erbeten haben.

Bei den nicht aus gesteuerten Fällen wird sofort vollständig maschinell veranlagt. Ziel der Finanzverwaltung ist es, 80 % der Steuerbescheide künftig voll maschinell zu erstellen.Dies wird sicherlich zu einer schnelleren Erstattung führen.

Bei den aus gesteuerten Fällen erfolgt eine prüffeldbegrenzte Prüfung der Steuererklärungen. Erst jetzt werden die zur Erledigung dieser Fälle benötigten Belege und sonstige Nachweise nachträglich angefordert. Dies bedeutet, dass künftig die Belege zur Steuererklärung erst zu diesem Zeitpunkt eingereicht werden dürfen. Aus der Belegvorlagepflicht wird eine Belegvorhaltepflicht.

Es empfiehlt sich deshalb, die Belege so lange sind vorzuhalten,, bis die Steuerbescheide ergangen sind.
Wo sind die Auswirkungen für den Steuerzahlen?

Bisher war es möglich, Belege bei der Finanz einzureichen, der Finanzbeamte hat diese geprüft und eine Entscheidung getroffen. Diese Entscheidung war in der Regel nicht mehr korrigierbar. In Zukunft werden keine Belege mehr eingereicht, dies bedeutet, wenn nun nachträgliche Belege angefordert werden, sind dies wohl fast immer neue Tatsachen. Damit darf das Finanzamt den Steuerbescheid jederzeit nochmals nachträglich ändern. Willkommen in der Welt der vollautomatischen Steuerbescheide!

Wie geht es weiter mit dem Thema Kasse?

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Die Bundesregierung möchte sicherstellen, dass digitale Grundaufzeichnungen z.B. bei elektronischen Registrierkassen nicht mehr manipuliert werden können.
Dabei ist eine technische Sicherheitseinrichtung für elektronische Aufzeichnungen geplant, welche durch das Bundesamt für Sicherheit und Informatik zertifiziert wird. Aktueller Standard ist momentan das INSIKA – Verfahren, aber jeder Kassenhersteller kann ein Verfahren entwickeln und zertifizieren lassen.

Dies soll gewährleistet werden, dass die Kasseneingaben mit Beginn des Aufzeichungsvorgangs protokolliert werden und später nicht mehr manipuliert werden können.
Diese Aufzeichnungen werden auf einen Speichermedium sicher und unveränderbar gespeichert und es soll dann eine Digitale Schnittstelle für die reibungslose Datenübertragung an die Finanzverwaltung geben.

Daneben soll es eine Kassennachschau geben, das ist keine Außenprüfung, sondern eine unangekündigte Nachschau während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten. Dabei darf das Finanzamt die Daten der Kasse und die Schnittstelle für die Datenträgerüberlassung anschauen und prüfen.

Was ist nicht geplant:
Entgegen bisherigen Überlegungen ist eine allgemeine Registrierkassenpflicht für Wochenmärkte, Straßenverkäufer oder Vereinsfeste nicht geplant-
Eine Belegausgabepflicht, wie sie beispielsweise Italien hat, ist auch nicht geplant

Ich bin richtig gespannt, was hier noch geschieht und welche Änderungen /Neuerungen Mandant und Berater weiter aus Trapp halten.

Kassen – was wird 2017 Realität ?

martina_zimmermann_brase

Nach einem Bericht der OECD führen Umsatzverkürzungen mit Hilfe elektronischer Kassensysteme zu einer Bedrohung für die Steuereinnahmen. So wird geschätzt, dass in manchen Branchen lediglich 50 % der Umsätze legal versteuert werden. Dazu tragen auch Kassen bei, die über irreguläre Software verfügen. Damit werden Umssatzverkürzung erleichtert. So kann unter Umständen mit Trainingsschlüssel gearbeitet weden und /oder Umsätze können auf den ersten Blick unsichtbar storniert werden. Hinzu kommt, dass in Deutschland immer noch 53,2 % der Einkäufe bar bezahlt werden.
Dem setzt das Finanzamt eine neue Kassenstrategie entgegen.

Insbesondere bargeldintensiven Betrieben, wie Einzelhandel, Taxiunternehmen, Eisdielen, Pizzerien, Kioske, Friseuren und Apothekern stehen prüfungsintensive Zeiten ins Haus.
Ab 2017 gilt folgendes:

1. Eine offene Ladenkasse ist immer noch erlaubt. Allerdings müssen die Einnahmen einzeln mit Namen aufgezeichnet werden, es sei denn es handelt sich um Waren von geringem Wert, die an eine Vielzahl von Personen verkauft werden. Wenn eine offene Ladenkasse im Einsatz ist, dann müssen die Einnahmen retrograd ermittelt werden. Das heißt, die Kasse muss am Tagesende gezählt werden und die Einnahmen rückwärts ermittelt werden.
2. Ab 2017 sind nur noch Kassen mit Einzelaufzeichnungen und Datenexport erlaubt. Dies bedeutet, auch wenn die Daten des Journals gelöscht sind, z. B, durch Erzeugung des Z- Bons, sind die Daten immer noch im festen Speicher der Kasse. Dies gilt beispielsweise auch für Wiegekasssen beim Metzger oder im Lebensmittelmarkt. Dies bedeutet, alle Daten müssen digital archiviert werden, die Ausdrucke reichen nicht mehr aus.
3. Aufbewahrungspflichtig sind außerdem die Bedienungsanleitung, die Protokolle über Einrichtung von Verkäufer-, Kellner- und Trainingsspeicher, sowie die Programmabrufe nach jeder Änderung, z.B. der Artikelpreise, Stammdatenänderung etc.

4. Besonderes Augenmerk ist auf die Stornobuchung zu richten. Diese sind alle aufzubewahren, und auf dem Z-Bon sichtbar zu machen, ebenso wie Belege über Entnahmen und Retouren.

Ein ordnungsgemäßer Z- Bon umfasst künftig mehrere Positionen:
a) Den Finanzbericht – wie hoch war mein Umsatz
b) Den Zahlungswegbericht – wer hat bar, mit EC Cash, mit Kreditkarte bezahlt
c) Den Warengruppenbericht – 5 Schnitzen, 3 Bier
d) Den Bedienerbericht

Gerne möchte ich auch nochmals darauf hinweisen, dass ein Kassenbuch täglich zu führen ist. Gerade weil in Zukunft alles gespeichert werden muss, kann auch nachvollzogen werden, wann die Kasse geführt wurde. Die Kasse muss spätestens am nächsten Tag geführt werden.
Künftig ist nicht mehr nur die Buchführung Gegenstand der Prüfung, sondern eben auch die vorgelagerten Systeme, das können Rechnungsschreibungsprogramm, Taxameter, elektronische Fahrtenüber, elektronische Kundenkartei, Mails mit steuerlich relevanten Danke, oder die Zeiterfassung sein.

Es ist damit zu rechnen, dass bei fehlender ordnungsgemäßer Kassenführung das Finanzamt zuschätz, da die Beweislast für den Gewinn bei nicht ordnungsgemäßer Kasse beim Mandant liegt. Nur eine ordnungsgemäße Buchfürhung hat Beweiskraft.
Und- Je mangelhafter die Kasse, desto häher die Zuschätzung.
Tipp1: Lassen Sie sich von Ihrem Kassenhersteller bestätigen, dass die Kasse den neuen Vorschriften entspricht.
Tipp2: Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater über die neuen Vorschriften, sie ersparen sich damit jede Menge Ärger.