Arbeitsschutz für Jugendliche Was bei Ferienjobs zu beachten ist

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Bundesregierung, Pressemitteilung vom 28.07.2017

Endlich Sommerferien! Viele Schülerinnen und Schüler nutzen die Zeit, um mit Ferienjobs ihr Taschengeld aufzubessern – zum Beispiel beim Zeitungsaustragen, in einer Bäckerei, beim Auffüllen von Regalen im Supermarkt oder auch in der Landwirtschaft. Doch es gilt, ein paar Regeln zu beachten.

Arbeiten in den Ferien – das ist für viele eine super Sache. Die Kinder und Jugendlichen bekommen nicht nur einen Einblick in das Arbeitsleben, sondern können auch schon richtig Geld verdienen. Zu ihrem Schutz gibt es aber eine Reihe von Regeln zu beachten, die im Jugendarbeitsschutzgesetz verankert sind.

Als Kind gilt im Sinne des Gesetzes, wer noch keine 15 Jahre alt ist. Wer zwischen 15 und 18 Jahren alt ist, ist Jugendlicher.

Auch kleine Jobs erst ab 13

Kinder dürfen frühesten ab 13 Jahren arbeiten – und auch dann nur unter Auflagen. Wenn die Eltern zustimmen, dürfen sie täglich bis zu zwei Stunden arbeiten. In der Landwirtschaft dürfen es auch drei Stunden sein. Erlaubt sind aber nur leichtere Tätigkeiten, wie Zeitungen austragen oder Gartenarbeit. Zudem muss die Arbeitszeit zwischen 8 Uhr und 18 Uhr liegen.

Auch Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dürfen noch nicht alle Tätigkeiten ausüben. So sind von ihnen keine schweren körperlichen oder gefährlichen Arbeiten, etwa mit Chemikalien, zu verlangen. Auch Akkordarbeit, bei der der Lohn direkt vom Arbeitstempo abhängt, ist verboten.

Höchstens vier Wochen im Jahr

Während der Schulferien dürfen Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren einen Ferienjob von höchstens vier Wochen im Jahr ausüben. Bei öffentlichen Konzerten, beim Theater und bei ähnlichen Veranstaltungen dürfen Kinder nur auf Grund einer besonderen Ausnahmegenehmigung mitwirken.

Und es gilt: Jugendliche dürfen nicht mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Der Arbeitstag darf nicht länger als acht Stunden sein.

Ausnahme: In der Landwirtschaft, zur Erntezeit, dürfen Jugendliche über 16 Jahre bis zu neun Stunden täglich und bis zu 85 Stunden pro Doppelwoche beschäftigt werden.

Fünf Tage pro Woche

Für Jugendliche gilt grundsätzlich die Fünf-Tage-Woche. Der Samstag ist generell arbeitsfrei, und auch an Sonn- und Feiertagen dürfen Jugendliche nicht jobben.

Auch hier gibt es Ausnahmen, die den jeweiligen Branchen geschuldet sind. So darf beispielsweise in Krankenhäusern, Altersheimen, Verkaufsstellen, Familienhaushalten, Gaststätten, in der Landwirtschaft und im Verkehrswesen am Samstag sowie an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden. Dabei gilt: Jugendliche haben dann Anspruch auf einen anderen freien Tag derselben Woche. Durch Tarifverträge sind weitere Anpassungen möglich.

Arbeitszeiten: Nicht zu früh und nicht zu spät

Grundsätzlich gilt: Jugendliche dürfen nur in der Zeit zwischen 6 Uhr und 20 Uhr beschäftigt werden. Aber auch hier gibt es Ausnahmen.
◾Im Bäckerhandwerk und in Konditoreien dürfen 16jährige um 5 Uhr beginnen, 17jährige in Bäckereien um 4 Uhr (nicht in Konditoreien).
◾In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre ab 5 Uhr oder bis 21 Uhr tätig sein.
◾Im Gaststätten- und Schaustellergewerbe ist ab 16 Jahre das Arbeiten bis 22 Uhr erlaubt.
◾Auch im Schichtbetrieb dürfen Jugendliche ab 16 Jahre eingesetzt werden. Dann gilt: Sie können bis 23 Uhr arbeiten. Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen zwölf freie Stunden liegen.

Pausen müssen sein!

Bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb Stunden müssen Pausen von insgesamt 30 Minuten eingehalten werden. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten.

So viel Geld gibt’s

Viele Ferienjobs werden als “geringfügige Beschäftigung” – auch 450-Euro-Jobs genannt – ausgeübt. Das heißt, dass die Schüler höchstens 450 Euro pro Monat verdienen dürfen.

Schüler können aber auch als “kurzfristig Beschäftigte” arbeiten. Dann ist die Höhe des Einkommens erst einmal egal. Doch wenn das Einkommen über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 735 Euro liegt, werden Steuern fällig. Diese können die Schüler allerdings im nächsten Jahr wieder vom Finanzamt erstattet bekommen. Dafür müssen sie einen entsprechenden Antrag stellen und die Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber vorlegen. Auch diese bekommen sie vom Finanzamt.

Da für unter 18-Jährige das Mindestlohngesetz nicht gilt, wird der Stundenlohn für sie mit dem Arbeitsvertrag vereinbart.

Dass unter 18-Jährigen kein Mindestlohn gezahlt wird, hat einen guten Grund: Die Bundesregierung möchte nicht, dass gerade schwache Schüler sich nach ihrem Schulabgang von einer Ausbildung abhalten lassen, um einen ungelernten Job mit Mindestlohn auszuüben.

Sind die Schülerinnen und Schüler über 18 Jahre alt, dann gilt das Mindestlohngesetz. Die Ferienjobber haben Anspruch auf 8,84 Euro je Stunde. In den neuen Bundesländern gibt es in wenigen Ausnahmebranchen, wie der Fleischwirtschaft und der Land- und Forstwirtschaft, der Textil- und Bekleidungsindustrie und dem Gartenbau, noch den Mindestlohn von 8,50 Euro. Dies ändert sich erst zum 1. Januar 2018.

Das Mindestlohngesetz gilt auch, wenn die Ferienarbeit als 450-Euro-Job ausgeübt wird. Das bedeutet, dass die volljährigen Schüler dann maximal 51 Stunden im Monat arbeiten dürfen.

Quelle: Bundesregierung

Ist die Erbschaftssteuer vermeidbar? Ist die Erbschaftsteuer eine Dummensteuer?

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Alle Prognosen und Statistiken sagen, das Volumen der Erbschaftsteuer wird in den nächsten Jahren weiter massiv steigen.

Diese Statistik lässt sich auch durch Praxiserfahrung belegen. In der Regel kümmern sich leider viel zu wenig Menschen darum, was mit Ihrem Vermögen nach dem Tode geschieht. Ein Stück weit herrscht die Meinung vor, nach mir die Sintflut, die Erben können dann ruhig die Erbschaftsteuer bezahlen, sie bekommen ja auch einen Gegenwert, manchmal ist es die Angst, im Alter nicht mehr genug zum Leben zu haben oder einfach schlicht Entscheidungsschwäche, wer was erben soll.

Ich möchte hier mit Beispielen aus meinem Kanzleialltag aufzeigen, welche Entscheidungen oder auch Nichtentscheidungen- welche Konsequenzen haben können:

Fall A: sehr erfolgreiches Unternehmerehepaar, die Firma ist verkauft, die Familie hat schon immer als Geldanlage auf Mehrfamilienhäuser in der Stadt gesetzt und ist damit bis heute gut gefahren. Es gibt das sogenannte Berliner Testament, das heißt die Eheleute setzten sich bis jetzt gegenseitig als Alleinerben ein.
Die geschätzte Berechnung auf den Todesfall ergab hier eine Erbschaftsteuer von rund 950 Teuro, es war klar, das würden die Kinder nicht aus dem Barvermögen bezahlen können.

Wir haben nun die Immobilien teilweise an die vier Kinder übertragen, den Eltern den Nießbrauch vorbehalten die Enkelkinder mit Geld zum Studieren ausgestattet und noch Korrekturen an den anderen Immobilien vorgenommen.
Notarkosten etwas 10 Teuro, wenn die Senioren nun noch 10 Jahre leben – was wir alle hoffen- dann wird zum Schluss eine Erbschaftsteuerbelastung bei unveränderten Rechtslage und unveränderten Steuersätzen von rund 50 Teuro sein.

Fall B: Eine 65 jährige Dame D kommt zu mir in die Kanzlei, sie hat von Ihrer Tante T geerbt, die 85 jährige verstorben ist, die Tante wiederum hat einen Großteil Ihres Geldes wiederum von Ihrem Bruder B geerbt, der nun gerade mal fünf Jahre 90jährig verstorben ist.
Das bedeutet nun leider, dass die Erbschaftsteuer auf beide Erbfälle zu bezahlen ist. Hätte Bruder B das Vermögen nicht alleine auf T übertragen, sondern gleich D und die Kinder der D mitberücksichtigt, wäre das Vermögen mindestens in Höhe der Freibeträge direkt verteilt worden, die Steuer auf einen Erbgang wäre vermieden worden.
Gerade in unserer Gesellschaft ist vor allem im hochbetagten Alter zu überdenken, ob die Erbfolge, die vielleicht schon mehrere Jahrzehnte gewählt ist so noch Sinn macht.
Tipp: Überdenken Sie Ihr Testament und die sich daraus ergebenen Steuerfolgen alle 5 Jahre.

Fall C: Ein Ehepaar, Vermögen rund eine Million hat eine Tochter, 50 Jahre, unverheiratet, keine Kinder, lebt mit Ihrem Lebensgefährten zusammen. Die Eltern möchten Ihre Tochter als Alleinerbin einsetzen und haben zu Lebzeiten bereits einen großen Teil des Vermögens übertragen. T stirbt bei einem Autounfall. Was die Eltern nicht wussten, die Tochter hatte ihrerseits Ihren Lebensgefährten zum Alleinerben eingesetzt.
Bei Lichte betrachtet kommt zum Schmerz über den Tod der Tochter hinzu, dass das Vermögen nun nicht mehr in der eigenen Familie ist, es hätte durchaus Neffen und Nichten gegeben, bei denen die Eltern das Geld lieber gesehen hätten.
Tipp: Denken Sie eine Generation weiter, wohin werden Ihre Erben Ihr Geld vererben. Sind Sie damit einverstanden ß Wenn nein – steuern Sie AKTIV dagegen und finden Sie mit Ihrem Ansprechpartner die richtigen Lösungen.

Fall D. Ehepaar hat drei Kinder, eines der Kinder (K) lebt in den USA, hat dort auch geheiratet und einen Sohn. Die Eltern haben Ihre Immobile (Wert: 300 Teuro) allen drei Kindern zu gleichen Teilen vererbt. Nach dem Tod der Eltern bleibt die Situation unverändert, das heißt, die Immobilie gehört immer noch allen drei Kindern gemeinsam, man sieht keinen Bedarf, die Situation zu ändern, möglicherweise ist es für K die letzte Rückzugsmöglichkeit nach Deutschland. K stirbt in den USA, der Sohn der K (S) spricht so gut wie kein Deutsch, er wird nun Mitinhaber des Hauses.- und es wird Erbschaftsteuer fällig.
Es ist enorm aufwändig für einen US Amerikaner einer Hausdrittel in D zu verkaufen, allein der Nachweis, dass er wirklich der Eigentümer ist, und Erbe geworden ist, ist ein artikelfüllendes Thema Die Sprachprobleme sind eine echte Hürde, nur wenige schaffen es ohne professionelle Hilfe Juristendeutsch korrekt zu übersetzen. Dass aber der Freibetrag gerade mal 2000.- Euro beträgt und damit auf 98 Teuro Erbschaftsteuer anfällt, wenn keine anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, das ist für viele nicht nachvollziehbar.
Tipp: Klären Sie diese Fragen sehr genau, wenn Ihre Kinder im Ausland leben.

Wenn Sie jetzt über Ihre Erbfolge und über das Thema Erbschaftsteuer nachdenken- dann habe ich mein Ziel erreicht.

Verbilligte Vermietung

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Wird eine Wohnung auf Dauer verbilligt vermietet, kann dies steuerliche Konsequenzen haben. In der Regel erkennt das Finanzamt die Vermietung in vollem Umfang an, wenn die Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Miete beträgt. Unter ortsübliche Miete versteht man die ortsübliche Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Nebenkosten. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Nebenkosten auch tatsächlich üblich abgerechnet werden und auch tatsächlich bezahlt werden

Auch Mietverträge zwischen nahen Angehörigen werden unter diesen Voraussetzungen anerkannt, wenn sie zivilrechtlich wirksam klar und eindeutig vereinbart sind, und auch tatsächlich durchgeführt werden. Problematisch wird es immer dann, wenn die Miete nicht auf ein Konto des Vermieters überwiesen wird, sondern bar beglichen oder vielleicht sogar mit anderen Leistungen verrechnet wird. Aus diesem Grund empfehlen wir: bezahlen Sie zum einen mindestens 66 % der ortsüblichen Miete einschließlich Nebenkosten und überweisen Sie Ihre Miete. Dann haben Mieter und Vermieter keine Schwierigkeiten mit der Finanzverwaltung.

Update Arbeitszimmer, was geht und was nicht?

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Rund um das Arbeitszimmer gibt es immer wieder neue Urteile, deshalb habe ich die relevantesten kurz zusammengefasst:

1) Raum wird zu 70 % beruflich/betrieblich genutzt:
kein Arbeitszimmer, da keine nahezu ausschließliche berufliche oder betriebliche Nutzung erfolgt (BFH 2/2016)

2. Nebenräume wie Küche Bad Flur werden anteilig zusammen mit dem Arbeitszimmer genutzt:
die Nebenräume sind in die häusliche Sphäre eingebunden und werden zu einem nicht unerheblichen Teil privat genutzt, deshalb können hier keine Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden, auch dann, wenn ein dem Grunde nach berücksichtigungsfähiges Arbeitszimmer vorliegt. (BFH 2/ 2016)

3. Raum wird durch ein Sideboard abgegrenzt:
kein Arbeitszimmer ist ein büromäßig eingerichtete Arbeitsbereich, der durch ein Raumteiler vom Wohnbereich abgetrennt ist (BFH 3/ 2016)

4. zwei Lehrer nutzten gemeinsam in ihrem Einfamilienhaus ein Arbeitszimmer (26 qm), das Einfamilienhaus gehört in beide jeweils zur Hälfte:

wird ein Arbeitszimmer gemeinsam genutzt, kann jeder nutzende die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer, die er getragen hat, steuerlich geltend machen (BFH 12/2016
das neue Urteil gilt für alle noch offenen Fälle. hier lohnt es sich zu prüfen, ob sie von dieser Neuregelung profitieren könnten.