Ist die Erbschaftssteuer vermeidbar? Ist die Erbschaftsteuer eine Dummensteuer?

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Alle Prognosen und Statistiken sagen, das Volumen der Erbschaftsteuer wird in den nächsten Jahren weiter massiv steigen.

Diese Statistik lässt sich auch durch Praxiserfahrung belegen. In der Regel kümmern sich leider viel zu wenig Menschen darum, was mit Ihrem Vermögen nach dem Tode geschieht. Ein Stück weit herrscht die Meinung vor, nach mir die Sintflut, die Erben können dann ruhig die Erbschaftsteuer bezahlen, sie bekommen ja auch einen Gegenwert, manchmal ist es die Angst, im Alter nicht mehr genug zum Leben zu haben oder einfach schlicht Entscheidungsschwäche, wer was erben soll.

Ich möchte hier mit Beispielen aus meinem Kanzleialltag aufzeigen, welche Entscheidungen oder auch Nichtentscheidungen- welche Konsequenzen haben können:

Fall A: sehr erfolgreiches Unternehmerehepaar, die Firma ist verkauft, die Familie hat schon immer als Geldanlage auf Mehrfamilienhäuser in der Stadt gesetzt und ist damit bis heute gut gefahren. Es gibt das sogenannte Berliner Testament, das heißt die Eheleute setzten sich bis jetzt gegenseitig als Alleinerben ein.
Die geschätzte Berechnung auf den Todesfall ergab hier eine Erbschaftsteuer von rund 950 Teuro, es war klar, das würden die Kinder nicht aus dem Barvermögen bezahlen können.

Wir haben nun die Immobilien teilweise an die vier Kinder übertragen, den Eltern den Nießbrauch vorbehalten die Enkelkinder mit Geld zum Studieren ausgestattet und noch Korrekturen an den anderen Immobilien vorgenommen.
Notarkosten etwas 10 Teuro, wenn die Senioren nun noch 10 Jahre leben – was wir alle hoffen- dann wird zum Schluss eine Erbschaftsteuerbelastung bei unveränderten Rechtslage und unveränderten Steuersätzen von rund 50 Teuro sein.

Fall B: Eine 65 jährige Dame D kommt zu mir in die Kanzlei, sie hat von Ihrer Tante T geerbt, die 85 jährige verstorben ist, die Tante wiederum hat einen Großteil Ihres Geldes wiederum von Ihrem Bruder B geerbt, der nun gerade mal fünf Jahre 90jährig verstorben ist.
Das bedeutet nun leider, dass die Erbschaftsteuer auf beide Erbfälle zu bezahlen ist. Hätte Bruder B das Vermögen nicht alleine auf T übertragen, sondern gleich D und die Kinder der D mitberücksichtigt, wäre das Vermögen mindestens in Höhe der Freibeträge direkt verteilt worden, die Steuer auf einen Erbgang wäre vermieden worden.
Gerade in unserer Gesellschaft ist vor allem im hochbetagten Alter zu überdenken, ob die Erbfolge, die vielleicht schon mehrere Jahrzehnte gewählt ist so noch Sinn macht.
Tipp: Überdenken Sie Ihr Testament und die sich daraus ergebenen Steuerfolgen alle 5 Jahre.

Fall C: Ein Ehepaar, Vermögen rund eine Million hat eine Tochter, 50 Jahre, unverheiratet, keine Kinder, lebt mit Ihrem Lebensgefährten zusammen. Die Eltern möchten Ihre Tochter als Alleinerbin einsetzen und haben zu Lebzeiten bereits einen großen Teil des Vermögens übertragen. T stirbt bei einem Autounfall. Was die Eltern nicht wussten, die Tochter hatte ihrerseits Ihren Lebensgefährten zum Alleinerben eingesetzt.
Bei Lichte betrachtet kommt zum Schmerz über den Tod der Tochter hinzu, dass das Vermögen nun nicht mehr in der eigenen Familie ist, es hätte durchaus Neffen und Nichten gegeben, bei denen die Eltern das Geld lieber gesehen hätten.
Tipp: Denken Sie eine Generation weiter, wohin werden Ihre Erben Ihr Geld vererben. Sind Sie damit einverstanden ß Wenn nein – steuern Sie AKTIV dagegen und finden Sie mit Ihrem Ansprechpartner die richtigen Lösungen.

Fall D. Ehepaar hat drei Kinder, eines der Kinder (K) lebt in den USA, hat dort auch geheiratet und einen Sohn. Die Eltern haben Ihre Immobile (Wert: 300 Teuro) allen drei Kindern zu gleichen Teilen vererbt. Nach dem Tod der Eltern bleibt die Situation unverändert, das heißt, die Immobilie gehört immer noch allen drei Kindern gemeinsam, man sieht keinen Bedarf, die Situation zu ändern, möglicherweise ist es für K die letzte Rückzugsmöglichkeit nach Deutschland. K stirbt in den USA, der Sohn der K (S) spricht so gut wie kein Deutsch, er wird nun Mitinhaber des Hauses.- und es wird Erbschaftsteuer fällig.
Es ist enorm aufwändig für einen US Amerikaner einer Hausdrittel in D zu verkaufen, allein der Nachweis, dass er wirklich der Eigentümer ist, und Erbe geworden ist, ist ein artikelfüllendes Thema Die Sprachprobleme sind eine echte Hürde, nur wenige schaffen es ohne professionelle Hilfe Juristendeutsch korrekt zu übersetzen. Dass aber der Freibetrag gerade mal 2000.- Euro beträgt und damit auf 98 Teuro Erbschaftsteuer anfällt, wenn keine anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden können, das ist für viele nicht nachvollziehbar.
Tipp: Klären Sie diese Fragen sehr genau, wenn Ihre Kinder im Ausland leben.

Wenn Sie jetzt über Ihre Erbfolge und über das Thema Erbschaftsteuer nachdenken- dann habe ich mein Ziel erreicht.

Verbilligte Vermietung

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Wird eine Wohnung auf Dauer verbilligt vermietet, kann dies steuerliche Konsequenzen haben. In der Regel erkennt das Finanzamt die Vermietung in vollem Umfang an, wenn die Miete mindestens 66 % der ortsüblichen Miete beträgt. Unter ortsübliche Miete versteht man die ortsübliche Kaltmiete zuzüglich der umlagefähigen Nebenkosten. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Nebenkosten auch tatsächlich üblich abgerechnet werden und auch tatsächlich bezahlt werden

Auch Mietverträge zwischen nahen Angehörigen werden unter diesen Voraussetzungen anerkannt, wenn sie zivilrechtlich wirksam klar und eindeutig vereinbart sind, und auch tatsächlich durchgeführt werden. Problematisch wird es immer dann, wenn die Miete nicht auf ein Konto des Vermieters überwiesen wird, sondern bar beglichen oder vielleicht sogar mit anderen Leistungen verrechnet wird. Aus diesem Grund empfehlen wir: bezahlen Sie zum einen mindestens 66 % der ortsüblichen Miete einschließlich Nebenkosten und überweisen Sie Ihre Miete. Dann haben Mieter und Vermieter keine Schwierigkeiten mit der Finanzverwaltung.

Update Arbeitszimmer, was geht und was nicht?

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Rund um das Arbeitszimmer gibt es immer wieder neue Urteile, deshalb habe ich die relevantesten kurz zusammengefasst:

1) Raum wird zu 70 % beruflich/betrieblich genutzt:
kein Arbeitszimmer, da keine nahezu ausschließliche berufliche oder betriebliche Nutzung erfolgt (BFH 2/2016)

2. Nebenräume wie Küche Bad Flur werden anteilig zusammen mit dem Arbeitszimmer genutzt:
die Nebenräume sind in die häusliche Sphäre eingebunden und werden zu einem nicht unerheblichen Teil privat genutzt, deshalb können hier keine Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden, auch dann, wenn ein dem Grunde nach berücksichtigungsfähiges Arbeitszimmer vorliegt. (BFH 2/ 2016)

3. Raum wird durch ein Sideboard abgegrenzt:
kein Arbeitszimmer ist ein büromäßig eingerichtete Arbeitsbereich, der durch ein Raumteiler vom Wohnbereich abgetrennt ist (BFH 3/ 2016)

4. zwei Lehrer nutzten gemeinsam in ihrem Einfamilienhaus ein Arbeitszimmer (26 qm), das Einfamilienhaus gehört in beide jeweils zur Hälfte:

wird ein Arbeitszimmer gemeinsam genutzt, kann jeder nutzende die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer, die er getragen hat, steuerlich geltend machen (BFH 12/2016
das neue Urteil gilt für alle noch offenen Fälle. hier lohnt es sich zu prüfen, ob sie von dieser Neuregelung profitieren könnten.

Betriebsveranstaltungen

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Manchem Firmenchef bereiten Betriebsveranstaltungen schon im Vorfeld echte Kopfschmerzen. Die Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen. Das Ziel sollte interessant sein, keiner darf dabei überfordert werden-und zum Schluss soll es ein runder Tag sein. Dies ist schon Herausforderung genug. Spätestens nach der Betriebsveranstaltung stellt sich jedoch die Frage, wie die Kosten hierfür steuerlich optimal behandelt werden können.
Seit 2015 gilt für Betriebsveranstaltungen ein Freibetrag von 110 €. Typische Betriebsveranstaltungen sind Betriebsausflüge, Weihnachtsfeiern, Feiern des Geschäftsjubiläums, Feiern für die Arbeitnehmer mit rundem Jubiläum und Rentnertreffen.
Eine Betriebsveranstaltungen liegt jedoch nur dann vor, wenn der Teilnehmerkreis sich überwiegend (mehr als 50 %) aus Betriebsangehörigen und deren Begleitpersonen zusammensetzt. Die Teilnahme an Betriebsveranstaltungen muss allen offen stehen. Keine Betriebsveranstaltungen in diesem Sinne ist es, wenn beispielsweise nur die 10 erfolgreichsten Ingenieure eingeladen werden.
Der Freibetrag von 110 € gilt für zwei Betriebsveranstaltungen jährlich. Dies bedeutet, dass Arbeitgeber für Essen und Getränke, Bühnenauftritte und Übernachtungskosten maximalen 110 € steuerfrei ausgeben können. Unter die 110 € Grenze fallen jedoch auch Kosten für den äußeren Rahmen, zum Beispiel Deko oder Eventmanager; Einhaltung der Sicherheitsvorschriften durch anwesende Sanitäter, Saalmiete sowie Übernahme von Beförderungskosten.
Für die übersteigenden Kosten fällt pauschalierte Lohnsteuer an, in der Sozialversicherung bleibt dieser Betrag beitragsfrei. Dennoch gilt es bei dieser Freigrenze von 110 € einiges zu beachten:
1. Die Kosten müssen auf die anwesenden Teilnehmer umgelegt werden. Sie können nicht auf die angemeldeten Teilnehmer verteilt werden.
2. Anfallende Reisekosten wie Übernachtungskosten Fahrtkosten können separat steuerfrei erstattet werden, wenn der Arbeitnehmer die Anreise selbst organisiert.
3. Überreicht der Arbeitgebergeschenke anlässlich dieser Betriebsveranstaltung, so können diese steuerfrei in die 110 € Grenze einbezogen werden, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen Geschenk und Betriebsveranstaltung besteht.
Eintrittskarten für Theater und Sportstätten sind nur dann begünstigt, wenn der Besuch dort lediglich ein Teil einer Betriebsveranstaltung ist.
Bei der Prüfung der 110 € Grenze ist auch die Umsatzsteuer zu berücksichtigen.
Beispiel: ein Arbeitgeber veranstaltet für seine 30 Arbeitnehmer eine Weihnachtsfeier in einem Lokal.Die Rechnung beträgt inklusive Umsatzsteuer 3748,50 € (nett 3150 €). Der steuerpflichtig Teil errechnet sich wie folgt 3748,50 € geteilt durch 30 = 124,25 €. Davon sind 110 € steuerfrei, die Differenz von 114,95 € pro Mitarbeiter kann mit fünf 20 % pauschaliert werden, in diesem Fall ist Betrag beitragsfrei in der Sozialversicherung.
Grundsätzlich gilt, dass die Neuregelung mit einer Freibetragsregelung für die Firmenchefs preiswerter geworden ist. Keiner möchte schließlich feiern und im Anschluss daran seine Mitarbeiter zur Kasse bitten.