Aussergewöhnlich Belastungen kurz zusammengefaßt:

martina_zimmermann_brase

Neues und Wichtiges aus dem Gebiet der aussergewöhnlichen Belastungen:

1. Abzug von Unterhaltsleistungen

In manchen Fällen können Unterhaltsleistungen an geschiedene Ehepartner, Kinder oder Eltern als aussergewöhnliche Belastungen steuerlich berücksichtigt werden. Neu ist jedoch, dass die unterhaltende Person, z.B. das 27 jährige studierende Kind den Eltern als Unterhaltsgebern die Identifikationsnummer mitteilen muss. Ein Abzug von Unterhaltsleistungen an in Deutschland lebende Personen ist nur noch mit dieser Nummer möglich.

Unterhaltsleistungen an Personen mit Aufenthaltserlaubnis sind ohne Identifikationsnummer abzugsfähig, wenn für die unterhaltende Person eine Verpflichtung nach ß 68 AufenthG abgegeben wurde, dass sämtliche Kosten des Aufenthalts übernommen werden. Bei der Höhe kann regelmäßig davon ausgegangen werden, dass Aufwendungen in Höhe des Höchstbetrags angefallen sind.

2. Krankheitskosten.

Krankheitskosten sind grundsätzlich berücksichtigungsfähig, solange diese nicht von der Krankenkasse erstattet werden.

Nicht abzugsfähig sind jedoch:
– Kosten für nicht wissenschaftlich anerkannten Behandlungsmethoden. Ob eine Behandlungsmethode wissenschaftlich ist oder nicht, entscheidet im Zweifel das Finanzgericht als Tatsacheninstanz.
– Fettabsaugung ist keine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode zur Beseitigung von Krankheiten.
– Aufwendungen für Arzneimittel sind grundsätzlich abzugsfähig, wenn diese ärztlich verordnet sind. Bei dem aktuell entschiedenenStreitfall ging es um Aufwendungen wie Biotin. Vitamin B2 u d Calcium. Entscheidend war, dass die Medikamentation einer Krankheit geschuldet war und ärztlich verordnet war.

-Aufwendungen für künstliche Befruchtung für ein Ehepaar ist schon lange als außergewöhnlich Behandlung abzugsfähig, ebenso wie die künstliche Befruchtung einer ledigen Frau. Ob die Kosten eines in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebenden Paares auch abzugsfähig sind, wird aktuell vor dem BFH geklärt. Die Abzugsfähigkeit sollte jedoch auf jeden Fall beantragt werden.

3.Aufwendungen in Zusammenhang mit Behinderung

– Aufwendungen für die eine Begleitperson auf Reisen sind jedenfalls dann nicht abzugsfähig, wenn auf der Reise kein durch die Behinderung veranlassten Mehraufwand entstanden ist.
– der behindertengerechte Umbau einer Dusche ist als Folgekosten der Behinderung abzugsfähig, das gilt in gleichem Umfang für die entstanden Randarbeiten, wie Duschtüren, Fliesen und Armaturen.

– Die Kosten für den behindertenbedingten Umbau des selbstgenutzten Hauses können hoch sein. Nun ist es zulässig, die Aufwendungen nach Abzug der Erstattung durch Versicherungen auf 5 Jahr zu verteilen, nicht abzugsfähig ist jedoch der behindertengerechten Umbau einer Motoryacht.

Grundsätzlich hat jeder ein Wahlrecht, ob er den Behindertenpauschbetrag beantragt oder beispielsweise die Kosten der häusliche Pflege beantragt. Wie die Kosten am besten geltend gemacht werden, ist auf jeden Fall individuell zu rechnen und sollte mit dem Steuerberater besprochen werden.
Sonstige außergewöhnlichen Belastungen:

Kosten zu Besuchsfahrten des mitsorgeberechtigten Elternteil zu den Kindern sind nicht als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig.

Prozesskosten für eine Scheidung sind weiterhin als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig. Das gilt jedoch nicht Kosten für Vermögensauseindersetzungen, Unterhalt, sowie Sorge und Umgangsrecht.
Ansonsten gilt nach neuster Rechtsprechung, dass Kosten für einen Zivilprozess nur dann abzugsfähig sind, wenn diese einen existenziell wichtigen Bereich berühren.

Steuervorteil bei Abfindungen sichern!

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Wer eine Abfindung für den Verlust seines Arbeitsplatzes erhält, sollte sich diese möglichst auf einen Schlag auszahlen lassen. Denn wird die Entschädigung zusammengeballt in einem Kalenderjahr gezahlt, gilt eine ermäßigte Besteuerung. Unter Umständen kann aber auch bei Teilzahlungen die günstigere Steuerregel angewandt werden. Ein aktuelles Verwaltungsschreiben des Bundesfinanzministeriums gibt betroffenen Steuerzahlern jetzt mehr Spielraum. Nach dem Schreiben vom 4. März 2016 gilt die Steuerbegünstigung auch, wenn eine geringe Teilzahlung in einem
anderen Kalenderjahr erfolgt. Nach neuer Verwaltungsauffassung mach einem Urteil des Bundefinanzhofs
darf die Teilzahlung maximal 10-Prozent der Hauptleistung betragen, um die Begünstigung nicht zu gefährden. Im konkreten Urteilsfall belief sich die Teilzahlung auf knapp 10-Prozent der Hauptleistung. Bisher zog die Finanzverwaltung bereits bei 5-Prozent der Hauptleistung einen Schlussstrich und verweigerte bei größeren Ratenbeträgen die günstigere Steuervorschrift.
Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind mit der neuen 10-Prozent-Grenze nun etwas flexibler, wenn es um die Auszahlung der Abfindung in zwei Teilbeträgen geht. Lohnend ist die Anwendung der Steuerbegünstigung in jedem Fall. Die Steuer für die Abfindungszahlung wird nämlich nach der sogenannten Fünftel-Regelung berechnet. Damit wird der Steuersatz für die Abfindung nach
einer besonderen Berechnungsmethode ermittelt, sodass in der Regel weniger Steuern anfallen (BDST 07/16 29.04.16).

Steuersparmodell Krankenversicherungsbeiträge

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Vorauszahlung von privaten Krankenversicherungsbeiträgen

Zahlen Sie Ihre Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung im Voraus, können Sie Ihren Sonderausgabenabzug maximieren und sich gegebenenfalls erhebliche Steuervorteile sichern! Durch Vorauszahlung der Beiträge können Sie erreichen, dass Sie den Höchstbetrag im nächsten Jahr voll für die sonstigen Vorsorgeaufwendungen nutzen können.
Bereits seit 2010 sind die Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung (nachfolgend nur Beiträge zur Basisabsicherung) in unbegrenzter Höhe als Vorsorgeaufwendungen abziehbar. Daneben können Sie das 2,5 fache der Beiträge für künftige Jahre vorausbezahlen. Die sich daraus ergebenden Gestaltungsmöglichkeiten sind vielfältig.
Alle, die einen steuerfreien Zuschuss zur Krankenversicherung erhalten (Arbeitnehmer, Beamte, Rentner), können seit 2010 maximal 1.900 Euro als Sonderausgaben abziehen. Bei Steuerzahlern, die ihre Krankenversicherung allein bezahlen, erhöht sich der Höchstbetrag auf 2.800 Euro. Werden für die Basisabsicherung mehr als diese Höchstbeträge gezahlt, können die tatsächlichen Ausgaben angesetzt und die Höchstbeträge überschritten werden. Für sonstige Vorsorgeaufwendungen (z. B. Arbeitslosen-, Unfall-, Haftpflicht- und bestimmte Lebensversicherungen) gilt dies jedoch nicht.
Das hat zur Folge, dass in den Fällen, in denen bereits die Zahlungen für die Basiskranken-versicherung über den Höchstbeträgen liegen, die sonstigen Vorsorgeaufwendungen steuerlich unberücksichtigt bleiben. Diese nachteilige Folge lässt sich dadurch vermeiden, dass die Beiträge für die Basiskrankenversicherung für zwei Jahre im Voraus bezahlt werden, mit dem Ergebnis, dass in den Jahren, in denen keine Beiträge zu diesen Versicherungen gezahlt werden, sich die sonstigen Vorsorgeaufwendungen – allerdings nur bis zu den o.a. Höchstbeträgen – wieder steuerlich auswirken.
Beispiel:
Der Beitrag zur Basiskrankenversicherung beträgt 500,00 Euro im Monat, dann können diese 6.000,00 Euro, die 2016 für 2017 bezahlt werden, von der Steuer abgesetzt werden. In der Folge können nun 2017 normale Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden, weil keine Krankenversicherung mehr anfällt. Unterstellt man einen Steuersatz von 35 %, ergibt sich daraus eine endgültige Steuerersparnis von 980,00 Euro bei einem Unternehmer. Maximal kann für 2,5 Jahre vorausbezahlt werden.
Aber Vorsicht: Bei Ehegatten darf keiner der Ehepartner auf Grund eines Arbeitnehmergehalts zwangsläufig Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen -denn deren Zahlungen lassen sich nicht in ein anderes Jahr verlagern.
Da die Höhe des Sonderausgabenabzugs von zahlreichen Komponenten abhängt (Höchstbeträge für Ehegatten, Günstigerprüfung des Finanzamts, Höhe des Grenzsteuersatzes) und die Berechnung der abzugsfähigen Beträge sehr kompliziert ist, sollte zur Entscheidungsfindung ein Steuerberater hinzugezogen werden.

Spenden

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Änderungen beim Nachweis über gezahlte Spenden oder Mitgliedsbeiträge

Grundsätzlich gilt: Ein Spender, der Zuwendungen, z. B. Spenden oder Mitgliedsbeiträge steuerlich geltend machen will, muss unter anderem eine Zuwendungsbestätigung vorlegen können. In bestimmten Fällen genügt auch ein vereinfachter Nachweis. Durch die Modernisierung des Besteuerungsverfahrens ändern sich die Regelungen zum Zuwendungsnachweis. Die wichtigsten Fragen: Was ist neu? Ab wann gilt es?
Ab 2017 wird Belegvorlagepflicht wird zur Belegaufbewahrungspflicht
Bisher musste der Spender zusammen mit seiner Steuererklärung zwingend seine erhaltenen Zuwendungsbestätigungen einreichen bzw. den vereinfachten Nachweis mittels Bareinzahlungsbeleg oder Buchungsbestätigung führen. Andernfalls hat das Finanzamt geleistete Spenden oder Mitgliedsbeiträge nicht anerkannt. Das ändert sich.
Der Spender muss seine Zuwendungsbestätigungen bzw. die vereinfachten Nachweise nur noch vorlegen, wenn das Finanzamt ihn dazu auffordert. Das Finanzamt kann die Vorlage vom Spender bis zum Ablauf eines Jahres ab der Bekanntgabe des Bescheids verlangen. Solange gilt – Alle Unterlagen sorgfältig aufbewahren!